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Verwaltung und Finanzen

PKV für Zollbeamtinnen und Zollbeamte

Zollbeamte sind Bundesbeamte mit Beihilfe nach BBhV – auch im Waffen tragenden Vollzugsdienst. Heilfürsorge wie bei der Bundespolizei gibt es nicht.

Symbolfoto: Zoll

Zollbeamtinnen und Zollbeamte arbeiten in 41 Hauptzollämtern mit 244 Zollämtern, in acht Zollfahndungsämtern und in der Generalzolldirektion mit Sitz in Bonn. Rund 49.000 Beschäftigte erheben Zölle und Verbrauchsteuern, kontrollieren den Warenverkehr und bekämpfen Schmuggel und Schwarzarbeit – im Büro, auf der Straße und auf See.

Als Bundesbeamte erhalten sie Beihilfe nach der Bundesbeihilfeverordnung, und zwar auch dann, wenn sie bewaffnet im Vollzugsdienst arbeiten. Darin unterscheidet sich der Zoll von der Bundespolizei, die Heilfürsorge erhält. Für die private Krankenversicherung heißt das: ein Restkostentarif nach BBhV, vom ersten Ausbildungstag an.

Auf einen Blick

  • Zoll ist Bundesdienst: Beihilfe nach BBhV, 50 % Bemessungssatz, ab zwei Kindern 70 %.
  • Keine Heilfürsorge: Sie gilt beim Bund nur für die Bundespolizei und die Polizei beim Bundestag.
  • Dienstunfälle bei Kontrollen und Einsätzen bezahlt vorrangig die Unfallfürsorge des Dienstherrn.
  • Eine Polizeidienstunfähigkeit wie bei der Bundespolizei kennt das Gesetz für den Zoll nicht.
  • Einstieg bis 49 Jahre möglich – bei Vorerkrankungen die Öffnungsaktion binnen sechs Monaten nutzen.

Bundesbeamte mit Beihilfe, auch im Vollzug

Beamte des Zollgrenz- und Zollfahndungsdienstes und alle weiteren Zollbeamten mit Vollzugsaufgaben sind Vollzugsbeamte des Bundes im Sinne des Gesetzes über den unmittelbaren Zwang (§ 6 UZwG). Polizeivollzugsbeamte sind sie nicht. Heilfürsorge erhalten nach § 70 Abs. 2 BBesG nur die Polizeivollzugsbeamten der Bundespolizei und beim Deutschen Bundestag – die gelegentlich zu lesende Aussage, auch der Zoll habe Heilfürsorge, trifft nicht zu.

Für Zollbeamte gilt deshalb die Beihilfe nach § 80 BBG und BBhV: 50 % für aktive Beamte, 70 % ab zwei berücksichtigungsfähigen Kindern, 70 % für Ehe- und Lebenspartner sowie Versorgungsempfänger, 80 % für Kinder (§ 46 BBhV). Festgesetzt wird die Beihilfe für die Generalzolldirektion, die Hauptzollämter und die Zollfahndungsämter vom Bundesverwaltungsamt. Die PKV deckt als Restkostenversicherung den übrigen Anteil.

Seit dem 16. Januar 2026 gilt beim Bund eine neue Verfahrensregel: Entscheidet die Beihilfestelle nicht innerhalb von vier Wochen nach Eingang des Antrags, gilt die beantragte Aufwendung als erstattungsfähig. Das gilt nicht, wenn eine erforderliche vorherige Anerkennung fehlt oder wenn Sie wussten oder grob fahrlässig nicht wussten, dass kein Anspruch besteht. Stellt die Beihilfestelle bei der späteren Überprüfung eine Überzahlung fest, widerruft sie den Bescheid rückwirkend (§ 80a BBG); die Regel ist bis Ende 2029 befristet.

Kontrolleinheiten, FKS, Zollfahndung, Wasserzoll

Mobile Kontrolleinheiten und der Zollfahndungsdienst sind bundesweit rund um die Uhr im Einsatz. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit prüft Arbeitgeber; bei Straftaten und Ordnungswidrigkeiten haben ihre Beamten dieselben Rechte wie die Polizei und sind Ermittlungspersonen der Staatsanwaltschaft (§ 14 SchwarzArbG). Der Wasserzoll ist mit 29 Booten und Schiffen auf Nord- und Ostsee sowie auf dem Bodensee unterwegs.

Schichtdienst, Fahrzeugkontrollen, Durchsuchungen und Einsätze an Bord gehören zum Alltag. Kommt es dabei zu einem Unfall oder einem Angriff, ist das ein Dienstunfall. Das Heilverfahren – ärztliche Behandlung, Krankenhaus, Rehabilitation – übernimmt die Unfallfürsorge des Dienstherrn (§ 33 BeamtVG); die PKV leistet nach ihren Musterbedingungen nur, was darüber hinaus notwendig bleibt (§ 5 Abs. 3 MB/KK).

Wichtig ist die Meldung: Dienstunfälle müssen innerhalb einer Ausschlussfrist von zwei Jahren beim Dienstvorgesetzten gemeldet werden (§ 45 BeamtVG). Melden Sie auch scheinbar harmlose Verletzungen sofort – Spätfolgen lassen sich sonst schwer zuordnen.

Laufbahnen und Einstieg

Der mittlere Dienst beginnt mit einer zweijährigen Ausbildung: sechs Monate Einführungslehrgang, zwölf Monate Praxis, sechs Monate Abschlusslehrgang. Danach führen Sie die Berufsbezeichnung Finanzwirtin oder Finanzwirt; das Eingangsamt liegt beim Zoll in Besoldungsgruppe A 7 statt A 6 (§ 23 BBesG). Der gehobene Dienst ist ein dreijähriges duales Studium mit Abschluss Bachelor of Laws, die Theorie findet in Münster oder Rostock statt.

Verlangt werden gesundheitliche Eignung, die Bereitschaft zu Schichtdienst, Dienstkleidung und Waffe sowie im mittleren Dienst das Deutsche Sportabzeichen; am Ende der Ausbildung steht ein Sporttest für die Waffen tragenden Bereiche. Bewerben können Sie sich bis zu einem Alter von 49 Jahren bei Ausbildungsbeginn.

Die ärztliche Eignungsprüfung des Zolls ersetzt nicht die Gesundheitsfragen der PKV. Wer Vorerkrankungen hat und noch nie privat vollversichert war, nutzt die Öffnungsaktion: Innerhalb von sechs Monaten nach Beginn des Beamtenverhältnisses auf Widerruf oder auf Probe nehmen die teilnehmenden Versicherer ohne Leistungsausschlüsse auf, der Risikozuschlag ist auf 30 % begrenzt. Mehr dazu unter PKV für Beamtenanwärter.

Dienstunfähigkeit im Vollzugsdienst

Für die Bundespolizei gibt es die Polizeidienstunfähigkeit: Wer die besonderen gesundheitlichen Anforderungen des Polizeivollzugsdienstes nicht mehr erfüllt, gilt als polizeidienstunfähig (§ 4 BPolBG). Für den Zoll fehlt eine vergleichbare Sonderregel. Maßgeblich ist § 44 BBG, gemessen am Amt bei der Behörde, nicht am einzelnen Dienstposten: Wer nach einer Verletzung keine Waffe mehr tragen darf, aber auf einem Dienstposten seines Amtes etwa in der Abfertigung oder Sachbearbeitung arbeiten kann, ist schon nicht dienstunfähig. Und auch wer dienstunfähig ist, wird nicht in den Ruhestand versetzt, solange ihm ein anderes Amt oder eine geringerwertige Tätigkeit übertragen werden kann (§ 44 Abs. 1 bis 3 BBG).

Erst wenn keine Verwendung mehr möglich ist, folgt der Ruhestand. Ein Ruhegehalt setzt grundsätzlich fünf Jahre Dienstzeit voraus; ohne diese Wartezeit gibt es eines nur, wenn die Dienstunfähigkeit auf einer Dienstbeschädigung beruht (§ 4 BeamtVG). Wer sich zusätzlich absichert, sollte prüfen, wie der Vertrag Dienstunfähigkeit beim Zoll definiert – mehr dazu unter Dienstunfähigkeitsversicherung für Beamte.

Typische Ämter und Laufbahnen

AmtLaufbahnTypische Aufgaben
Zollobersekretärin / Zollobersekretärmittlerer DienstEingangsamt A 7 beim Zoll; Abfertigung, Kontrolleinheiten, Vollstreckung
Zollhauptsekretärin / Zollhauptsekretärmittlerer DienstBesoldungsgruppe A 8; erfahrene Kontroll- und Sachbearbeitung
Zollinspektorin / Zollinspektorgehobener DienstEingangsamt A 9; Sachbearbeitung, Prüfungen, Ermittlungen
Zollamtfrau / Zollamtmanngehobener DienstBesoldungsgruppe A 11; Sachgebiets- oder Teamleitung
Zollamtsrätin / Zollamtsratgehobener DienstBesoldungsgruppe A 12; Leitungs- und Prüfungsaufgaben
Regierungsrätin / Regierungsrathöherer DienstEingangsamt A 13; Sachgebietsleitung im Hauptzollamt oder in der Generalzolldirektion
Zollfahnderin / ZollfahnderFunktionErmittlungen bei Steuer- und Zollstraftaten, Befugnisse nach § 404 AO
Prüferin / Prüfer der Finanzkontrolle SchwarzarbeitFunktionArbeitgeberprüfungen, Ermittlungsperson der Staatsanwaltschaft (§ 14 SchwarzArbG)

Die Bezeichnungen der Laufbahnen unterscheiden sich je nach Bund und Land.

Häufige Fragen

Bekommen Zollbeamte im Vollzugsdienst Heilfürsorge?

Nein. Heilfürsorge erhalten beim Bund nur die Polizeivollzugsbeamten der Bundespolizei und beim Deutschen Bundestag (§ 70 Abs. 2 BBesG). Zollbeamte sind auch im Waffen tragenden Dienst beihilfeberechtigt und versichern den Rest privat.

Was zahlt bei einer Verletzung während einer Kontrolle?

Wird der Vorfall als Dienstunfall anerkannt, übernimmt die Unfallfürsorge das Heilverfahren (§ 33 BeamtVG). Die PKV ist nur nachrangig gefragt. Entscheidend ist die rechtzeitige Meldung beim Dienstvorgesetzten; die Ausschlussfrist beträgt zwei Jahre (§ 45 BeamtVG).

Ich beginne die Ausbildung mit 45 Jahren und habe Vorerkrankungen. Komme ich in die PKV?

Ja, über die Öffnungsaktion, wenn Sie bisher nicht privat vollversichert waren. Sie gilt bereits für Beamte auf Widerruf: Antrag innerhalb von sechs Monaten nach Beginn des Beamtenverhältnisses, keine Ablehnung, keine Leistungsausschlüsse, Zuschlag höchstens 30 %. Verpflichtet ist nur der Versicherer, bei dem Sie den ersten verbindlichen Antrag stellen – eine anonyme Risikovoranfrage vorab schafft Klarheit.

Ändert sich meine Beihilfe, wenn ich innerhalb des Zolls versetzt werde?

Nein. Ob Hauptzollamt im Süden oder Zollfahndungsamt im Norden: Für alle Zollbeamten gilt die BBhV. Ändern kann sich der Bemessungssatz durch die Familie, etwa ab dem zweiten berücksichtigungsfähigen Kind. Dann haben Sie sechs Monate Zeit, die PKV ohne Risikoprüfung anzupassen (§ 199 Abs. 2 VVG).

Ich bin Tarifbeschäftigte beim Zoll und werde verbeamtet. Was passiert mit meiner Krankenversicherung?

Mit der Ernennung werden Sie in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungsfrei. Die Kasse führt Sie als freiwilliges Mitglied weiter, wenn Sie nicht binnen zwei Wochen nach ihrem Hinweis austreten und eine andere Absicherung nachweisen (§ 188 Abs. 4 SGB V). Für den Wechsel in die PKV gilt die Öffnungsaktion. Beamtenberatung24 begleitet Zollbeamte dabei telefonisch in allen 16 Ländern.

Quellen und Stand

Stand: Oktober 2026. Maßgeblich sind die jeweils gültigen Vorschriften.

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